Praktica

Die Kamera-Werkstätten Guthe&Thorsch GmbH wurde 1919 von Benno Thorsch und Paul Guthe in Niedersedlitz (Dresden) gegründet. 1938 kaufte der amerikanische Unternehmer Noble dieses Unternehmen und stellte unter seinen Namen Kameras her.

1939 brachten Charles A. Noble und sein Sohn John H. Noble die Kleinbild-Spiegelreflexkamera Praktiflex auf den Markt. Diese erste einäugige Spiegelreflexkamera mit einem Rückkehrspiegel, wurde für den Amateurbedarf gefertigt. Sie hatte ein kleineres Objektivgewinde als die später folgenden Modelle. Außerdem fehlen die langen Belichtungszeiten, nach B war nur 1/25s möglich.  ...

... Nach 1945 wurden die Inhaber von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und verschleppt. Der Betrieb wurde verstaatlicht.

1949 erschien dann die erste Praktica. Die wichtigsten Unterschiede zur Praktiflex waren ein neues Objektiv-Gewinde (M42x1) und Verschlußzeiten von 1/500s bis 1/2s und B. Später erschienen Varianten mit einer neue Gehäuseform. Die Henkelösen rückten nach vorn an die schrägen Seiten und es gab an der Unterseite 2 Blitzbuchsen ( X und F).

Das erste Modell der Praktika FX (auch Praktiflex FX) erschien 1952. Es hatte vorn links drei Synchronbuchsen. Der obere war der X-Kontakt der mittlere Masse und der unterste der F-Kontakt. Spätere FX Modelle hatten zwei Synchronbuchsen oben einen X-Kontakt und unten Masse bzw. dann eine doppelpolige, genormte Buchse.

 
Praktica FX

Ab 1955 gab es die Praktika FX 2 mit veränderten Lichtschachtsystem, einsetzbaren "KW-Pisma", automatischer Spring-Blende und zwei doppelpoligen Synchronbuchsen ( oben: X-Kontakt; unten F-Kontakt). Bis zu diesem Modell war die Praktica eine Spiegelreflexkamera mit Lichtschachtsystem (waagerechte Mattscheibe im Suchereinblick). Das zuerst als Zubehör lieferbare Umkehrprisma ist der Übergang zu den nun folgenden Praktica´s.

Die 1959 erschienene Praktica IV, war die erste Kamera aus dem neuen VEB Kamera- und Kinowerke Dresden. Sie hat ein fest eingebautes Umkehrprisma und einen Schnellaufzugshebel an der Unterseite. Außerdem ein Füßchen damit die Kamera auf ebener Fläche steht. Auf dem Rückspulknopf ist eine Filmmerk-Scheibe für Typ (SW oder Farbe) und Empfindlichkeit.
Die Praktika IV B ist mit eingebautem ungekuppelten Belichtungsmesser. Bei den Modellen IV M und IV BM gab es eine Erweiterung. Es wurden eine Meßlupe eingebaut. In einem runden Feld befinden sich zwei 180 Grad versetzte Meßkeile. Beim einstellen der Entfernung bewegen sich im Meßfeld zwei Teilbilder. Bei richtig eingestellter Entfernung ergeben die Teilbilder ein Bild.
Die Praktica IV F ist mit dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Das gesamte Bildfeld außerhalb der Meßlupe ist eine Fresnell-Linse und das gesammtbild ist deutlich heller als bei den Vorgänger-Versionen. Die Praktica IV FB ist wieder mit eingebautem Belichtungsmesser.

 
Praktica IV M

Die Praktika V F und V FB (mit Belichtungsmesser) folgten 1964 und besitzen erstmals einen Rückkehrspiegel. Nach erfolgter Auslösung ist in der linken oberen Ecke des Suchers eine kleine Markierung zu sehen. Diese verschwindet nach erfolgtem Filmtransport. Weiterhin wurden die geometrischen Belichtungs-Stufen eingeführt (1/500-1/250-1/60-1/30-1/8-1/4-1/2s). Auf 1/15s musste wegen konstruktiver Schwierigkeiten verzichtet werden. Das Bezugsmaterial wurde ebenfalls geändert.

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